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StillePost

Dieses erste interkulturelle Experiment stellt den Beginn meiner praxisbasierten Forschung dar. Während sich die Folgeprojekte mit anderen Sinnen als dem Sehen und nicht-visuell orientierten kulturellen Praktiken befassen, stellt StillePost das Sehen in den Vordergrund.

Details
5 Büsten, Holz, geschwärzt (30 x 20 x 60 cm), 5 Fotodrucke auf Leinwand (90 x 90 cm), 5 Sockel (40 x 30 x 130 cm), Holzstäbe, Holz geschwärzt

Mit dieser Arbeit wollte ich überprüfen, ob unsere eigenen Gesichtszüge die Art und Weise bestimmen, wie wir andere wahrnehmen und darstellen, wie Oscar Wilde es in seinem Roman 'Das Bildnis des Dorian Gray' (1890) behauptet hatte, indem er die Hypothese aufstellte, dass wir als Künstler*innen eher uns selbst als die/den Porträtierte(n) darstellen. Dafür gab ich bei einem Holzbildhauer in der Republik Côte d'Ivoire eine Porträt-Büste von mir in Auftrag. Nach dem Prinzip der Flüsterpost bat ich – nacheinander und an unterschiedlichen Orten – vier afrikanische Bildhauer, die lebensgroße Holzbüste, die mich darstellt, zu kopieren. Die erste Skulptur diente als Vorbild für die zweite Skulptur und diese als Modell für die dritte – bis am Ende einer Serie von fünf Porträts (wesentlich früher als ich erwartet hatte) die Büste eine Afrikanerin zeigte. Das Kunstwerk StillePost stellt meine Fotoporträts der Bildhauer und ihre Büsten von mir einander gegenüber. Die Büsten wurden immer afrikanischer, da die Künstler unbewusst ihre eigenen Gesichtszüge in ihre Kopie einbrachten.

Mitwirkung:

Dramane Kolo-Zié Coulibaly (Porträtbüste), Amadou Coulibaly, Dosso N’Gouamué, Gboungué Louna Pascal, Bidije Goure (Kopie der Büsten), Arno Henseler (Vermittlung), Landeshauptstadt München: Projektstipendium (Förderung).
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