Frag(e)ment, 1994

Tonband

< zurück

Die Befragung: 29 Kunstprofessoren der Akademie München, die zum Teil schon lange nicht mehr miteinander geredet hatten, sollten kommunizieren, ohne zu wissen, dass sie es miteinander zu tun hatten. Jeder sollte spontan drei Fragen auf Band sprechen, die ihm wesentlich für die Kunst heute schienen. James Reineking, Angelika Böcks eigener Professor, eröffnete die Fragerunde.
Die drei Fragen des ersten Professors musste der nächste von Angelika Böck Befragte beantworten, der allerdings glaubte, er habe es mit Fragen der Künstlerin zu tun. Die Fragen des zweiten Fragestellers beantwortete ein dritter Professor. Die Abfolge der Befragungen war von der Reihenfolge der Zusagen zur Teilnahme an diesem Experiment abhängig. Nur James Reineking kannte den Aufbau der Versuchsanordnung und schloss die Runde, indem er die Fragen des letzten Professors in der Reihe beantwortete.
Die Installation: In einem Gang wurden zehn Lautsprecher aufgestellt, immer in versetzter Abfolge einer an der rechten, einer an der linken Wand. Wer die Reihen in der Mitte des Gangs durchschritt, hörte im ersten Lautsprecher rechts, vom jeweiligen Professor gesprochen, die Frage eins, dann einige Schritte weiter, im ersten Lautsprecher links die Antwort auf diese Frage. Daraufhin ertönte von rechts Frage zwei, von links Antwort zwei und so weiter in einer Endlosschleife. Der gesamte Durchlauf dauerte über eine Stunde.
Angelika Böck fungierte wie in „Stille Post“ oder "Liebe, Zweifel,.." als Vermittlungsinstanz, diesmal zwischen Parteien derselben Institution, die sich kannten, aber nicht ohne weiteres bereit gewesen wären, sich auseinanderzusetzen. (Randi Gunzenhäuser)

Teilnehmer >     dokument ausdrucken >