Zeitraum, 1993

- Transparentfolie auf Fensterglas
Bei „Zeitraum“ handelte es sich um eine Installation in der Flugwerft Schleißheim vom 16.09.93 bis zum 30.01.94, warf ihre Schatten voraus: Angelika Böck hatte den Stand der Schattensilhouette des Senkrechtstarters VAK 191 auf der Scheibe hinter dem Flugzeug mit Klebefolie markiert, den er am 31. Januar 1994 um 12 Uhr mittags erreichen würde. Tag um Tag rückte der tatsächliche Schatten des Flugzeuges näher an den zukünftigen Stand heran, um sich dann zum vorausberechneten Zeitpunkt mit ihm zu decken.
Nicht nur für die Kursbestimmung eines Flugzeugs ist die Berechnung von Raum und Zeit notwendig, jede Orientierung geschieht entlang dieser Größen. Die Installation war so aufgebaut, dass sich die wissenschaftliche Berechnung durch den Lauf der Sonne bestätigte. Die Versuchsanordnung setzte Technik ein, um wissenschaftliche und künstlerische Vorstellungs- und Darstellungsweisen von Raum und Zeit scheinbar zur Deckung zu bringen.
Die Technik diente als Vermittlungsinstanz zwischen verschiedenen Deutungssystemen. Der Senkrechtstarter, dessen herausragende Eigenschaft die Schnelligkeit ist, kam als statisches Messinstrument des Sonnenlaufes zum Einsatz. Er wurde als Teil einer künstlerischen Installation dazu 'missbraucht’, dem Publikum die wissenschaftlichen Messverfahren, denen er seine Entstehung verdankt, vor Augen zu führen.
Zyklische Jahreszeit und historische Zeit der Installation überlappen sich. Musealer Raum und Weltraum verbinden sich zu einer neuen Raumsprache. (Randi Gunzenhäuser)























