StillePost, 1999

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Die Installation besteht aus fünf hölzernen Porträtskulpturen und fünf auf Stoff aufgedruckten Porträtfotos. Jeder Büste hängt ein Foto gegenüber, das den für sie verantwortlichen Bildhauer zeigt. Die Skulpturen verdanken ihre Entstehung dem Prinzip der Stillen Post: Nur die erste Büste entstand nach einem lebenden Vorbild in einem Dorf der Elfenbeinküste; diese diente als Vorlage für die zweite Skulptur, die in einem anderen Dorf gefertigt wurde, die zweite war die Vorlage für die dritte, die in einem weiteren, zufällig gewählten Dorf hergestellt wurde, und so weiter. Die Frage bei dieser Versuchsanordnung war: Wie würden sich die Büsten bei zunehmender Entfernung vom Ausgangsdorf und damit vom Original verändern?
Die Künstlerin selbst saß einem professionellen Bildhauer für die erste der fünf Porträtskulpturen Modell. Dieser traditionelle Künstler stellt normalerweise rituelle Gegenstände für seine Dorfgemeinschaft her, die niemand Unbefugtes sehen darf. Die Vorgaben für die Büste aus ungeleimtem Hartholz schlossen ein, dass die Schnitzer eine exakte Kopie des jeweiligen Vorbildes im Verhältnis eins zu eins herstellen sollten. Nur der erste Bildhauer kannte das ursprüngliche Modell, die anderen arbeiteten allein nach der jeweils letzten Holzskulptur. Die auffälligste Veränderung zwischen den Skulpturen besteht darin, dass das Kinn der Figuren sich immer weiter nach vorne schiebt und die Lippen dicker werden. Das Verhältnis von Mund und Augen verschiebt sich, die Augen werden dabei immer schmaler. Im Gegensatz zur ersten, mit einem T-Shirt bekleideten Büste trägt die fünfte Skulptur keine Kleidung über den bedeutend stärker betonten Brüsten mit den sich klar abzeichnenden Brustwarzen. Die Haare werden immer kürzer, während der Haaransatz weniger deutlich hervortritt.  weiter >

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