Jungle Porcelain

Kollaboration

2017

Gemeinschaftsprojekt mit Uli Aigner

 

JUNGLE PORCELAIN ist eine Fortsetzung der künstlerischen Untersuchung SUBSTAINABILITY & SUBSISTENCE, die Angelika Böck - in Kooperation mit dem Kelabit-Dschungel-Experten Wilson Bala - der alltäglichen Überlebens-Praxis des Kelabit widmete, einer der kleinsten indigenen Gruppen die im Regenwald von zentralen Borneo leben - wo Böck sieben Jahre lang beheimatet war (seit 2010). Um ihre Erfahrungen mit dem Speisen in der Wildnis zu reflektieren, lud Böck die Töpferin und Künstler Uli Aigner ein, ein haltbares Geschirr für sie und ihre indigenen Freunde zu machen.

 

Aigner ist international bekannt für ihr ONE MILLION  Projekt, für das sie einzigartige und individuell gestaltete Porzellangefäße produziert, die zugleich Objekte für den täglichen Gebrauch ihrer Kunden sowie einen Teil ihres künstlerischen Lebensprojekts sind. Jedes ONE MILLION  Element wird in Zusammenarbeit mit seiner BenutzerIn erstellt und mit einer fortlaufgenden Nummer vesrehen. Dadurch bleibt es geografisch über seine Lebensdauer verfolgbar - ob es nun geteilt, ausgetauscht oder verkauft wird. Aigner hat damit einen ganz eigenen Ansatz, um über Geschichte, Tradition und Globalisierung sowie Nachhaltigkeit und Lebensunterhalt nachzudenken.

 

JUNGLE PORCELAIN ist eine Kooperation, die darauf abzielt, Essgeschirr zu entwickeln und zu produzieren, das vielen Jahren im Außenbereich haltbar bleibt, das bequem ohne Tisch verwendet werden und an einem Baum gehängt werden kann und das zusätzlich als Laterne dient. 

 

Die JUNGLE PORCELAIN Stücke sind aus dickem Porzellan gefertigt und mit einem Loch zum Aufhängen ausgestattet. Darüber hinaus können sie auf eine Basis gelegt werden, die zwischen die Knie geklemmt werden kann. Diese Basis dient gleichermaßen als Laterne. Die für Böck gefertigten Elemente sind mit dem Design eines Buschmessers und mehrere Tierfalle versehen, die Böck als entscheidend für das Überleben im Dschungel kennengelernt hat.

 

Die Teller sollten in den Kelabit-Highlands auf einem ständigen Campingplatz benutzt werden, der zum Angeln und Jagen besucht wird - so wie dort Protein heute noch überwiegend beschafft wird. Die Idee besteht darin, weit verbreitetes Geschirr aus Kunsstoff, leicht korrodierendem Bleche oder zerbrechlicher Keramik zu ersetzen um Nachhaltigkeit zu steigern. Gleichzeitig weist dieses Projekt darauf hin, dass auf der Insel Borneo nicht ein einheimischer Lebensstil dafür verantwortlich ist, dass der der Wildbestand zurückgeht und der Regenwald zunehmend zerstört wird. 

 

Die Teller können bei Uli Aigner über das Internet bestellt werden (das erst seit 2017 in Bario weit verbreitet ist). Der aktuelle Entwurf für die Basis der Porzellanteller kann durch ein Symbol, das für den einzelnen Benutzer - in Bario oder anderswo - im Hinblick auf das Überleben von Bedeutung ist, ersetzt werden.

 

Die Bilder entstammen einem Video von Michal Koskowski