Point of view, 1998
Die Videoinstallation reflektiert wie „Nord-Ost“ den meditativen Blick aufs bewegte Wasser. Acht Videomonitore sind so aufgestellt, dass sie die BetrachterInnen auf vier Seiten umgeben. Auf den liegenden kräuselt sich eine gefilmte Wasseroberfläche, auf den stehenden sind aufgezeichnete Augenbewegungsspuren, Blickspuren zu sehen.
Die Versuchsanordnung stellt die Wahrnehmung des Wassers nach, wobei sie die verschiedenen Versatzstücke dieser Erfahrung technisch zerlegt, trennt und wieder übereinanderlegt: Die BetrachterInnen der Monitore sehen nicht nur die Wasseroberfläche, sondern spiegeln sich dabei auch selbst auf den Oberflächen der liegenden Wassermonitore, auf denen halb durchlässige Spiegel liegen. Zugleich kann eine Betrachterin, die sich in der Mitte der Installation aufstellt, den aufgezeichneten Augenbewegungen einer Person folgen, die auf die Oberfläche eines Sees blickte, wobei sich auch diese technischen Blickspuren auf der aufgezeichneten Wasseroberfläche spiegeln. Wie das Wasser reflektiert die Spiegeloberfläche den Blick, die Raumsprache vervielfältigt sich.
Bei der Videoinstallation legen sich Originale und Spiegelungen übereinander und schaffen einen neuen Blickpunkt, von dem aus neue Seherfahrungen möglich sind. Die Betrachterin der Installation nimmt – wie die Person, deren Blick auf die Wasseroberfläche aufgezeichnet wurden – eine aktive Rezeptionsposition ein. Um alle Monitore in Gänze zu erfassen, ist sie gezwungen, die Positionen zu wechseln und sich dabei wenigstens einmal um ihren Standpunkt zu drehen. (Randi Gunzenhäuser)
























