Plots, 2002

Plots, Detail

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Im Englischen bedeutet „plot“ sowohl „Handlungsverlauf (eines Dramas)“ als auch „Komplott, Verschwörung“, aber auch „Standort“. Es geht bei dieser Arbeit also um die verschiedensten Versionen dreier heterosexueller Liebesgeschichten, die sich jede Erzählerin und jeder Erzähler, ob sie nun Teil der Beziehung oder völlig Unbekannte sind, zurechtlegen. Geschichten von der Liebe üben eine besondere Faszination auf uns aus, verbinden sie doch besonders offensichtlich private und kulturelle Wahrnehmung. Durch das Erzählen erwirbt sich jede Person einen Anteil am Geschehen, nimmt gegenüber den AusstellungsbesucherInnen Erzählraum ein und verschafft so seiner Erzählversion Autorität.

Die Versuchsanordnung macht sich die Vieldeutigkeit des Begriffes „plot“ zunutze: Ausgangspunkt sind die jeweils zwei Versionen einer Liebesgeschichte, wie sie jede(r) der PartnerInnen, getrennt vom jeweils anderen, erzählt. Insgesamt wurden drei Paare nach ihrer individuellen Version der gemeinsamen Beziehungsgeschichte befragt. Angelika Böck bat jeden Partner und jede Partnerin, Wendepunkte in der gemeinsamen Beziehung zu schildern. Die gekürzten Schilderungen gab sie anschließend an zwei Autoren und zwei Autorinnen pro Paar weiter, die aufgrund dieses Materials fiktive Abfolgen von Szenen schrieben. Die Ausgangserzählungen und die bearbeiteten Szenen dienten als Textmaterial für die Installation.

Die Installation präsentiert auf drei nebeneinander stehenden Tischen die Geschichte(n) der drei Paare. Jeweils ein Tisch steht für das Porträt eines Paares. Auf dem Tisch liegen Fotos der Orte, die das Paar gemeinsam als Schauplatz der „Wendepunkte“ ihrer Beziehung identifiziert hat. Unter die Fotos dramatisch wichtiger Schauplätze mischte die Künstlerin Details aus dem privaten Fotoalbum des Paares sowie Bildmaterial, das ihre eigenen Assoziationen beim Hören der Geschichte veranschaulicht – z. B. Filmstills oder Illustrationen. Präsentiert werden sowohl erzählerische Höhepunkte als auch Nebensächlichkeiten, eigene Wahrnehmungen des Paares und fiktionalisierte Assoziationen der Autoren und Autorinnen, paarspezifische Details, aber auch Reaktionen von Angelika Böck, die als Vermittlungsinstanz zwischen diesen Ebenen auftrat.  weiter >

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