Jahrgang, 1993

- Jahrgang. 18-teilig
Bei dieser Arbeit handelt es sich wie bei „sink“ um eine Aneinanderreihung von Porträts alltäglicher Gegenstände, in diesem Fall von Schuhen gleichen Typs (gestiftet von Eduard Meier), die von verschiedenen Leuten getragen wurden, deren Porträts den Schuhen zugeordnet sind.
Angelika Böck bat die Mitglieder ihrer Klasse in der Akademie, für ein Jahr das gleiche Paar Schuhe zu benutzen – Eduard Meier sponserte die rahmengenähten Schuhe für dieses Experiment. Die Versuchsanordnung schloss keine Auflagen ein, die Schuhe mussten nicht einmal getragen werden. Es ging darum, individuelle Spuren sichtbar und vergleichbar zu machen.
Die Installation besteht aus den achtzehn Paar Schuhen und jeweils drei Fotos: Direkt über jedem Schuhpaar findet sich das Porträtfoto des Trägers oder der Trägerin, links davon das Foto der ungetragenen, rechts das der getragenen Schuhe. Schuhe sind die Kleidungsstücke, die sich wohl am stärksten dem individuellen Gebrauch anpassen.
Sie stellen die Spuren, die ihre BesitzerInnen an ihnen hinterlassen, augenfällig zur Schau. Schuhporträts zeigen, dass jeder Mensch eine unterschiedliche Bodenhaftung hat – und die Gegenüberstellung von Foto- und Schuhporträt lädt Spekulationen zu den Verbindungen beider ein, so dass Porträt und Gegenporträt einander zu ergänzen scheinen. (Randi Gunzenhäuser)























