innen-aussen, 1998

eye-tracking, Glas sandgestrahlt

< zurück

In der Balanstraße in München war die beidseitig sandgestrahlten Glasscheibe zu sehen, auf deren Außenseite durch eye-tracking-Technik die Blickspuren einer Person von der Straße in den Ausstellungsraum hinein abgetragen sind, während auf der Innenseite der Glasplatte die Spuren der Blicke hinaus abgetragen sind. Eine Minute lang schaute das Auge von der Straße in den unbewegten Raum hinein, eine Minute lang folgte das Auge von innen den Bewegungen von Autos und Personen.

Das Ergebnis ist eine Glasplatte, die nur an den Punkten, wo sich die Spuren der Innen- und der Außenansicht auf der Innen- und Außenseite der Scheibe treffen, durchsichtig ist und so völlig neue Innen- und Außenansichten erlaubt.

Diese Anordnung erinnert an die Konstruktion der Linearperspektive durch eine Perspektivierungsmaschine. Doch während die Linearperspektive für einen bestimmten Blickwinkel auf einen statischen Raum geschaffen wurde, treffen bei der Installation „innen-außen“ nicht nur zwei Blickrichtungen aufeinander, sondern es kreuzen sich auch die Blicke auf einen statischen und die auf einen bewegten Raum.

Das Glas bildet keine Grenze zwischen dem Innen und dem Außen, sondern dient als Vermittlungsinstanz, so dass sich das Fenster nach innen und außen gleichermaßen öffnet. Während sich die Augenbewegung meistens kontrollieren lässt, folgt der Blick einer Bewegung reflexartig und damit unwillkürlich. (Randi Gunzenhäuser)

dokument ausdrucken >