Imagine Me, 2007
befragt die imaginierende Vorstellung anhand der Betrachtung einer gänzlich verschleierten Frau.
Für die Arbeit IMAGINE ME begegnete Angelika Böck vollkommen verdeckt und ohne selbst zu kommunizieren 31 Männern und Frauen im Raum Sanaa. Die Projektteilnehmer und Teilnehmerinnen wurden von einheimischen Interviewern gebeten, eine Vorstellung der ihnen unbekannten, unkenntlichen Frau zu entwickeln. Zitate dieser Interviews werden in der Ausstellung im Deutschen Haus in Sanaa den Fotoporträts, die Angelika Böck anschließend von den Befragten herstellte, gegenübergstellt.
IMAGINE ME besteht aus einem 2x2x2 Meter messenden Kubus in der Mitte des Raumes. An dem Kubus hängen 16 schwarze Stoffbahnen, die in goldener Schrift Zitate von 16 Interviews in deutscher und arabischer Sprache tragen. An den gegenüberliegenden Wänden befinden sich die Fotoporträts von den 25 GesprächsteilnehmerInnen die ein Fotoporträt zuliessen.
Wie bei allen vorangegangenen Arbeiten ("StillePost", "Seek Me" und "Track Me") ist Angelika Böck gleichzeitig Initiatorin des Projekts sowie Bildgegenstand und die Mitwirkenden – hier jemenitische Männer und Frauen – sind nicht nur Darsteller, sondern auch Dargestellte. Die traditionellen Rollen von Künstler und Modell verkehren und verschränken sich hier. Beide Seiten sind gleichzeitig Subjekt und Objekt, Gestalter und Gestaltetes. Das Selbst der Künstlerin ist zugleich Spiegel und Projektionsfläche der Dialogpartner und und umgekehrt bricht sich das Selbst der Künstlerin in der kulturellen Praxis ihrer Gegenüber. (Pressetext Deutsches Haus Sana'a, Jemen)
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