eye2eye, 2000
Die Versuchsanordnung: Zwei Menschen schauten sich tief in die Augen. Dabei wurde jeweils ein Auge beider Personen gefilmt, und die Augenbewegungen dieses Auges beim Beobachten des jeweiligen Gegenübers wurden als Blickspuren aufgezeichnet. Es liegen also sowohl Videos zweier Augen vor als auch die durch eye-tracking-Technik aufgezeichneten Bewegungen, die jedes dieser Augen beim Betrachten des je anderen Auges vollzogen hat.
Die Installation: eye2eye stellt die Videoaufzeichnungen dieser Augenblick auf zwei Bildschirmen einander gegenüber. Auf jedem ist in Augenhöhe ein Auge abgebildet, das immerfort das gegenüberliegende ansieht. Dabei beginnen die schwarzen Spuren der Sehbewegungen eines Auges, das Videobild des jeweils gegenüberliegenden Auges zu überlagern – und umgekehrt. Die Blickspur des einen Auges deckt also das Objekt seines Blicks, das andere Auge, immer mehr zu. Sowohl das Sehen wie das Gesehenwerden werden auf den Bildschirmen übereinandergeblendet und gleichzeitig sichtbar gemacht.
Tritt jetzt ein Betrachter zwischen die auf Sockeln stehenden Monitore, werden die Blickspuren gelöscht, die imaginäre Verbindung zwischen den Blicken wird durchbrochen. Der Betrachter übernimmt selbst potentiell eine Seite in diesem Blickdialog. Indem der Betrachter den Kontakt zwischen dem Augenbild links und dem Bild rechts unterbricht, indem er sich einmischt, wird er selbst zum Teil einer Geschichte des Sehens. Mit eye2eye variiert Angelika Böck ein Grundthema ihrer Arbeit: Das Wahrnehmen wahrzunehmen wird zur Aufgabe und schärft die Beobachtung. weiter >
























