Blanks, 1996

eye-tracking, Glas, sandgestrahlt

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Die eye-tracking-Technik liegt auch der Entstehung von „blanks“ zu Grunde, eine Installation von Blickspuren, die durch die Zahl Vier gekennzeichnet ist. Vier Leute sahen jeweils ein weißes quadratisches Blatt an, ihr Gesichtsfeld war auf die 40x40 Zentimeter des Blattes eingeschränkt. Diese Arbeit zeigt eine Serie von Porträts.

Allen Personen wurden die Aufzeichnungen ihrer Augenbewegungen beim Sehen des leeren Blattes erneut vorgelegt und dabei die Bewegungen der Augen wieder aufgezeichnet, bis vier Durchgänge von jeweils einer Minute Länge erreicht waren. Die Spuren jedes Durchganges wurden schwarz auf einer Glasscheibe aufgetragen und die Scheiben aufeinandergelegt. Direkt vor dem Bild stehend, fallen beim Betrachten alle Ebenen zu einem Bild zusammen; nur bei Verändern des Betrachtungsstandpunktes sind die einzelnen Schichten des Dialogs zwischen verschiedenen Sehvorgängen und damit die Geschichte der Wahrnehmung erkennbar. Die vier Einzelporträts zeigen, wie sich die Betrachtungsweise einer Person von Mal zu Mal verdichtet, sie reflektieren die eigene bzw. fremde Wahrnehmungsweise. 
Hier wird das Auge direkt als Zeicheninstrument eingesetzt, um Wahrnehmen wahrzunehmen – die Betrachtung geht in die Darstellung über, ohne den Weg über Hand und Leinwand zu nehmen. Das wahrnehmende Organ ist zugleich das ausführende. (Randi Gunzenhäuser)

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